Skippertraining in Kroatien

Skippertraining in Kroatien

Bericht von Walter Schmidt

Übung macht den Meister – und im Sommer in die Sonne ist sowieso nicht verkehrt. So stand für diesen Juli ein Skippertraining in Kroatien auf dem Programm. Zigfach angeboten, macht es einen zwar nicht zum Skipper, ist aber eine Fahrschule der besonderen Art, die viel Spaß und Sonne verspricht.

Samstagnachmittag einschiffen in Pula. Für fünf Euro direkt mit dem Bus vom Flughafen. Sehr praktisch. Eine Bavaria 46. Ein bisschen größer als mein Kräutchen, aber dafür noch nicht einmal halb so alt. Die Mitfahrer mit verschiedensten Vorkenntnissen und allesamt borahungrig. Nachdem der Einkauf (v.a. Kaltgetränke) erledigt ist, geht es Sonntagvormittag los.

Wenn man schon mal da ist: Hafenmanöver.
Anlegen, ablegen, längsseits, römisch-katholisch, Vorspring, Achterspring, wenden und rückwärts durch die Marina. Vorbei an den hübschen Millionärsyachten mit den schicken Frauen am Oberdeck (ist halt so). Das ganze natürlich mit zünftig Radeffekt. Den Kvarner überquert, verlässt uns dann der Wind. Schade eigentlich.

Am nächsten Tag das Unvermeidliche. MOB. Das mit der Q-Wende kennen wir schon. Also fahren wir Quick-Stop, Münchner Manöver, Hamburger Manöver und irgendwas, was unser Skipper selbst erfunden hat und mächtig Spaß macht. Was es alles gibt!

Überhaupt – Frankie unser Skipper. Die Seele des Bootes. Ein großer Praktiker, der einem schon was beibringt. Kann man nix sagen. Ersetzt aber nicht unbedingt ein gutes Buch. Lateral­druck­punkt? „Ist unter Wasser, so ungefähr in der Mitte“
Für den Rest hätte mein Physiklehrer weniger Verständnis gehabt. Immerhin gibt’s das Gleiche oben nochmal.

Auch die Urlaubskomponente kommt nicht zu kurz. Die kroatische Küste mit ihren tollen Buchten und kleinen Hafendörfern ist schon einen Törn wert. Abends mit oder ohne Dinghi in den Hafen und lecker Essen. Livemusik gibt es überall. Alle kommen prima miteinander aus. Die Stimmung an Bord ist so prächtig wie die Drinks. Der Wind leider nicht immer. Aber dafür ist die Hitze um so gnaden­loser. Geschlafen wird zumeist an Deck, da hat’s nachts nur 25 Grad.

Fleißig geübt wird, wann immer der Wind es zulässt (der Törn war leider mit ohne Bora). Spinnaker, Gennaker, Ankern und das Leck hinterm Wassertank suchen und abdichten. Alles wird geübt. Zur Abwechslung wird auch mal kollektiv eine rücksichtslose „Motorbratze“ beschimpft. Herrlich. Daneben gibt es viel interessantes über das Segeln allgemein, das Wetter und die kroatische Küste (ich dachte immer Yugo ist ein Auto).

Fazit? Eine kurzweilige Woche. Viel gelernt. Viel Spaß gehabt. Muss man das machen? Nein, muss man nicht – kann man aber!