Nachts auf dem Wannsee

Die 60 Seemeilen von Berlin sind die wahrscheinlich längste Regatta auf unserem Revier – und jedes Jahr eine besondere Herausforderung. Diesmal erwartete die beiden SVH-Boote Gewitter mit zuckenden Blitzen über der Glienicker Brücke, Starkwind – und dann totale Flaute. Nach einer Nacht mit praktisch keinem Schlaf gab es trotzdem hochzufriedene Gesichter.

Los ging es mit ordentlich Wind – und für Svens Cometino gleich mit ziemlicher Verspätung an der Startlinie. Der Wannsee ist eben doch weiter von der SVH entfernt als gedacht. Um flexibler auf das Wetter reagieren zu können, hatte sich die Wettfahrtleitung einen neuen Kurs einfallen lassen: Zuerst segelten wir eine große Runde vom Wannsee hoch bis zur Scharfen Lanke, dann die Havel wieder runter an der Pfaueninsel vorbei bis in den Jungfernsee, zurück nach Kladow und in den Wannsee. Bis dahin waren wir klatschnass und hatten das Gewitter schon hinter uns gebracht.

Dunkel war es auch schon als wir auf die zweite, kürzere Runde gingen. Und der Wind war plötzlich wie ausgeknipst. Im Dunkeln konnten wir teils nicht mehr ausmachen, ob wir uns vorwärts, rückwärts oder einfach gar nicht mehr bewegten. Die Tonnen vor allem an der Untiefe am Eingang zum Wannsee wurden mit bunt blinkenden Lichterketten markiert, was zeitweise für Verwirrung sorgte. Jetzt war durchhalten angesagt – und vielleicht auch das ein oder andere Nickerchen (natürlich niemals an der Pinne, nicht wahr, Marc?).

Zur großen Erleichterung verkürzte die Wettfahrtleitung wegen der Flaute von vier auf zwei kleine Runden – so dass die SVH-Schiffe am frühen Morgen nach 14,5 bis 15 Stunden ins Ziel dümpeln konnten. Angekommen, durchgehalten und nicht (wie so viele) nach dem Regen aufgegeben, das war der größte Erfolg. Auf dem Papier standen später bei 32 Startern ein 10. Platz für Sven, Marc und Theresa sowie ein 12. Platz für Michael und Mario.

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