Theresa stellt sich 3 Monate dem Pazifik und Atlantik
In wenigen Tagen werde ich an der Startlinie meiner bisher größten und herausfordernsten Regatta stehen: Dem Clipper Race Around The World. Zwei Jahre Vorbereitungszeit für drei Monate Segeln auf Pazifik und Atlantik, als Teil einer der härtesten Amateur-Regatten der Welt.
Was ist das Clipper Race?
Zehn Rennyachten segeln beim Clipper Race vom Portsmouth in Südengland aus einmal um die Welt. Es gibt acht große Etappen mit insgesamt 13 Rennen. Nach jeden Rennen werden Punkte vergeben und die Boote starten dann wieder gemeinsam ins nächste Rennen.
Wir haben einen professionellen Skipper und einen First Mate. Dazu kommen sechs Segler, die die gesamte, einjährige Weltumseglung mitmachen. Der Rest der Crew ist wie ich für eine oder mehrere Etappen dabei. Dafür bewirbt man sich, hat Auswahlgespräche und mehrwöchige Trainings auf dem englischen Kanal. Danach wird man einem Team zugeordnet.
Was sind das für Boote?
Wir segeln auf Clipper70, 70 Fuß (ca 20 Meter) langen, identischen Rennyachten. Die Boote sind eher stabil gebaut, ohne Foils – dafür halten sie aber auch eindrucksvolle Bedingungen aus.
Typische upwind-Besegelung ist Groß, Staysegel und Yankee. Downwind wird mit riesigen Gennakern gesegelt. Alle Vorsegel haben wir in unterschiedlichen Größen und Tuchstärken an Bord, das größte Segel hat mehr als 250 Quadratmeter.
Da alles mechanisch läuft, braucht man für Manöver mindestens 5, eher 6 Segler an Deck.
Wie läuft das Segeln/Leben an Bord?
Wir leben in zwei Wachen, die sich nachts alle vier und tags nach sechs stunden ablösen. Man schläft also immer nur kurz – und während man selbst an Deck ist, schläft im selben Bett der Partner. Alle paar Tage hat man Küchendienst. Zu zweit ist man dann für alle Mahlzeiten zuständig, darf zur Belohnung aber auch etwas länger schlafen.
Seglerisch sollte im Grunde jeder alles beherrschen – aber es haben sich im Laufe der Zeit doch „Spezialisten“ herausgebildet, die gern steuern, den Gennaker trimmen oder besonders sicher auf dem Vordeck sind. Ich fühle mich wohl am Steuer, beim Segeltrimm und diskutiere gern taktische Fragen mit Skipper/Mate.
Welche Etappen segle ich mit?
Ich bin gerade in Seattle. Von hier starten wir am 28. April in Richtung Panama. Dort geht es nach Zieldurchfahrt per Motor durch den Panamakanal, auf der Atlantikseite starten wir dann zum nächsten Rennen nach Washington DC. Mein drittes Rennen führt mich über den Atlantik nach Oban (Schottland), das vierte ist die Schlussetappe mit großer Zieldurchfahrt in Portsmouth.
Für welches Team starte ich?
Ich segle für Team Gosh, benannt nach dem Great Ormond Street Hospital, einem Londoner Kinderkrankenhaus.
Aktuell läuft es ziemlich gut für Gosh, wir führen die Gesamtwertung an. Unser Rennen nach Panama könnt ihr hier im Tracker verfolgen:
